Erfahrungsbericht: Online lernen mit Adobe

Adobe EDEX

Wer gerne kreativ am PC arbeitet oder einen guten Einstieg in das Programm-Sortiment der Adobe Creative Cloud möchte, sollte sich das eLearning-Angebot der Adobe Education Exchange (EDEX) näher anschauen. Seit dem Sommer 2013 tue ich genau das. Je nachdem, wie viel Zeit mir zur Verfügung steht, belege ich die kostenfreien Lernangebote der Plattform.

Voraussetzungen: Registrierung auf der Plattform und gute Englischkenntnisse.

Zum eLearning-Programm gehören Selbstlern-Angebote, die individuell und im eigenen Tempo absolviert werden, und kollaborative „Professional Development Sessions“ über einen bestimmten Zeitraum, welche bei einem erfolgreichen Abschluss mit einer Online-Akkreditierung belohnt werden.

 
Adobe Education Exchange Screenshot

 

An wen sind die Lernangebote gerichtet?

Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Lehrende aller Bildungseinrichtungen, es gibt auch Programme für Schüler und Studierende und eigentlich kann jeder teilnehmen, der Interesse am Thema hat. Leitsatz aller Trainings ist „Kreativität im Klassenzimmer“. Lehrende werden dazu ermutigt und durch Einstiegskurse dazu befähigt, ihre Unterrichtspraxis um die Einbeziehung kreativer digitaler Medien positiv zu ergänzen. So finden die erlernten digitalen Kompetenzen ihren Einsatz in der Erstellung ansprechender, interaktiver Unterrichtsmaterialien, in Schul- oder Klassenprojekten, als eigenständiges Unterrichtsthema oder zur kreativen Problemlösung. Ziel ist es, den Unterricht aufzuwerten, Lernziele zu unterstützen und den Lernerfolg zu steigern.

Ja – und klar: Adobe möchte natürlich auch Abonnements verkaufen. Ich habe eins und bin sehr zufrieden damit. Der gebotene Service (übrigens auch ohne ein Abo kaufen zu müssen) kann sich sehen lassen. Die Adobe Creative Cloud mit über 20 Anwendungen (Photoshop, Illustrator, Premier Pro, Acrobat Pro, Dreamweaver, Muse, Flash unter anderem) gibt es für Lehrer und Studenten zum Einstiegspreis von ca. 20 EUR pro Monat im ersten Jahr. Danach kostet das Abo ca. 30 EUR monatlich.

Wer das Abo nicht bestellen möchte verwendet die 30-tägige Testversion zur Durchführung des Online-Trainings.


Erfahrungsbericht: „Adobe Train the Trainer“ Online-Kurs

 
Ziele:

  • Einführung in das Thema „Kreativität im Klassenzimmer“.
  • Einsteiger-Trainings in ausgewählte Adobe Apps.
  • Grundlagen des Instruktions-Designs und Aufbau eines Lehrplans.
  • Großes Ziel: Teilnehmer werden befähigt als Multiplikatoren, weitere Lehrende durch Trainings in die Thematik einzuführen.

Letztes Jahr belegte ich den „Adobe Train the Trainer“ Kurs. Diese kollaborative Online-Schulung dauerte 10 Wochen und behandelte Instruktions-Design mit Bezug auf IT-Trainings. Es waren sehr intensive Wochen, die uns Teilnehmer viel Disziplin und Lernwillen abverlangten. Jede Woche wurde ein neuer Lernabschnitt freigeschaltet, komplett mit Basis-Informationen, Links zu weiteren Ressourcen, Videos-Interviews mit Experten der Didaktik sowie Advokaten der Einbindung von Kreativität in das Lernumfeld / in Lehrpläne aller Fächer. Die dazu vorgestellten Studien und Einblicke in alternative Schul- und Unterrichtsformen fand ich interessant und inspirierend.

 

Schritt für Schritt zur Erstellung fundierter Lehrpläne

Zudem lernten wir, wie der EDV-Unterricht optimal aufgebaut werden kann, beschäftigten uns mit verschiedenen Lerntheorien, Formen der Bewertung und viel mehr. Wöchentlich war es Pflicht, eine Aufgabe abzugeben, eine Reflektion des Lernerlebnisses zu schreiben (250 – 500 Wörter), die Aufgaben von mindestens drei Kommilitonen zu lesen und sinnvoll zu kommentieren sowie drei weitere Einreichungen zu bewerten. Im Laufe der Wochen entwickelte jeder einen Lehrplan seiner Wahl unter Nutzung mindestens einer der von Adobe angebotenen Apps. Nur durch die Abgabe des finalen Lehrplans inklusive unterstützendes Material galt die Weiterbildung als Bestanden. Belohnt werden Absolventen durch einer Online-Akkreditierung in Form einer „Badge“. 13% der Eingeschriebenen beendeten den Kurs.

Mir persönlich hat diese „Professional Development Session“ sehr viel gebracht. Obwohl ich seit 15 Jahren als IT-Trainerin arbeite, greife ich nicht auf eine formelle Bildung in diesem Bereich zurück. Passion und Talent fürs Lehren habe ich längst bewiesen und die Möglichkeit, meine Unterrichtspraxis durch fundiertes Wissen zu untermauern, kam mir sehr gelegen. Das Erlernte setzte ich gleich beim nächsten Kurs um und konnte definitiv eine Steigerung des Lernerfolgs meiner Kursteilnehmer feststellen.

 

Was gefällt mir an den eLearning-Angeboten der Adobe Education Exchange?

Die Schulungen sind vom Inhalt her sehr hochwertig konzipiert, exzellente Lern-Ressourcen, unterstützende Tutoren sowie die Kollaboration unter den Lernenden. Feedback von meinen Peers zu bekommen brachte oftmals neue Einsichten, auch Lob tat gut und ich habe unheimlich viele Ideen durch das Begutachten der Einreichungen anderer Lerner bekommen. Neue Ansätze, kleine Tipps und Tricks, sehr viel Nützliches, um die eigene Arbeit zu ergänzen oder zu verbessern.

Dass bei Erfüllung aller Aufgaben eine Akkreditierung winkt, ist für mich ein wichtiger Motivationsfaktor und trägt dazu bei, dass ich Trainings komplett durcharbeite.

 

Was lief nicht gut?

Das einzige Problem während der letzten Schulung betraf die Funktionalität der Lernplattform. Ein paar Tage vor Abgabeschluss versagte der Server. Abschlussarbeiten konnten nicht hochgeladen werden, E-Mails wurden nicht verschickt und das Posten von Kommentaren war mit Fehlern behaftet. Appelle an die Instruktoren blieben unbeantwortet, vermutlich aufgrund des Versagens des E-Mail-Systems. Es war zwar ein Wochenende dazwischen, aber die Beseitigung der Missstände dauerte immerhin fünf Tage. Zu lange. Mein PC brach fast unter der Last hunderter E-Mails zusammen, welche nach Behebung der technischen Probleme hineinfluteten. Immerhin wurde die Abgabefrist um zwei Tage verlängert.

 

Inzwischen habe ich 2 weitere Badges errungen: Adobe Generation Pro: App-Design, AGP: Web-Design. Diese 2-wöchigen „Boot-Camp“ Schulungen waren unglaublich arbeitsintensiv und wurden zusätzlich von sechs Webinaren begleitet. 25 Stunden Arbeit pro Schulung wurden als Richtwert angegeben für die zwei Wochen – ich habe ungefähr das Dreifache investiert.

Auf die nächste Schulung freue ich mich schon. Dieses Mal geht es um Video-Produktion in Theorie und Praxis mit der App „Adobe Premiere Pro“.

 

Fazit: Die Adobe Education Exchange samt Online-Schulungen, die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Professionellen sowie der Zugang zu nützlichen Ressourcen, überzeugt durch sehr hohe Qualität. Hier wird eine Chance der Weiterbildung geboten, die ich jedem weiterempfehlen kann.

 


Ergebnisse:

Im Rahmen der „Web-Design mit Muse“ Schulung erstellte ich diese Website. Sie ist eine Ressource für Lehrende, Studenten und Interessierte, die sich Kenntnisse in Web-Design aneignen möchten. Die Site wird weiterhin von mir ergänzt. Teil 1 meiner Einreichung: Lehrplan „Web-Design Basics with Adobe Muse“ biete ich hier zur Ansicht an (Englisch).

Lesson Plan: Web-Design Basics with Adobe Muse – Part 1

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